Gedanken über die Angst

Die Angst ist überall und immer bei mir.. Oft erinnern mich Dinge daran, dass sie noch da ist. Die Angst vor der Zukunft, die Angst vor der Vergangenheit, die Angst wenn mich ein Mann anstarrt, oder ich in einem Zugabteil alleine neben einen Mann sitzen muss. Die Angst alleine durch die Straßen zu gehen, das Gefühl zu haben, verfolgt zu werden, obwohl niemand da ist. Die Angst zu versagen, etwas falsch zu machen und nicht mein Bestes zu geben.
Doch am schlimmsten ist die Angst vor dem Alleinesein. Es ist schön, wenn man jemanden hat, den man mag, aber je mehr man diese Person liebt, desto größer wird die Angst.. Sie lässt mich nicht mehr klar denken und macht diese Liebe unerträglich. Dann wünsche ich mir, wieder alleine zu sein, dass die Angst kleiner wird. Selbst wenn dieser Mensch mir immer wieder sagt, dass er mich liebt, zweifle ich daran.. Was ist, wenn das alles nicht wahr ist? Ich hasse diese Angst, doch sie geht nicht weg, auch wenn ich noch so sehr dagegen ankämpfe, sie macht alles kaputt, was ich mir aufbaue..
Als Kind hatte ich auch große Angst vor der Dunkelheit.
Oft dachte ich, dass nachts ein Raubtier oder Ungeheuer mich holen würde. So kam es auch vor, dass ich nachts in meinen Kleiderschrank geklettert bin, um mich dort sicher zu fühlen. Manchmal verbrachte ich die ganze Nacht dort.

Irgendwann wollte ich nicht mehr mit zu bestimmten „Anverwandten“, so dass ich abends allein zuhause war. Das war auch sehr schwer, ich ging oft verängstigt durch die Wohnung und schaute nach, ob auch alle Türen und Fenster verschlossen sind.

Die Angst vor mir selber und vor dem, was mit meinem Körper geschah war auch nicht ohne. Wenn man als Kind so allein ist mit seinen Ängsten, weiß man nicht, was sie bedeuten, geschweige denn was mit einem passiert. Diese Zeit war mehr als furchtbar, denn ich traute mich nicht, jemanden von meinen Ängsten zu erzählen.

In meiner Jugend hatte ich die Ängste vor der Dunkelheit nicht mehr so wirklich....
Was gab es noch, wovor ich Angst hatte?
Es waren in meiner Jugend die Männer, die mir Angst machten.
War ich wirklich so naiv? NEIN, ich dachte, es ist das Einzige, was mich ausmachte. Also spielte ich diese Spiele auch immer mit und im Anschluss daran überhäuften mich die Schuldgefühle.
Angst, sie treibt uns in den Wahnsinn! Angst, sie ist kalt und leblos. Angst macht uns traurig. Angst macht uns misstrauisch. Angst macht uns fremd. Angst hält uns Menschen vom Leib. Angst engt uns ein. Angst hält uns in der Hand. Angst lässt uns nicht leben!

Angst, jeder Mensch hat Angst, jeder. Natürlich würden jetzt die Machos sagen: "Nein, nein ich hab vor niemanden Angst, ich bin stark und ich hab keine Angst!" Doch ich sagte nicht, dass jeder Mensch vor einem anderen Angst hat, nein nein, ich sagte, dass jeder Mensch Angst hat. Sei es vor Spinnen, sei es vor Menschen, sei es vor Sonstigen. Aber ich denke, dass diese ganzen Machos ziemliche Angst davor haben zu zugeben, dass sie welche haben. Klingt komisch, doch ist es nicht auch eine Art Angst?

Angst sie ist überall, man merkt es wenn jemand Angst hat, besonders an den Augen, man sieht es. Doch ob einer hinschaut ist immer die Frage!? Sollen wir unsere Angst zulassen? Sollen wir sie verdrängen? Was tun?

Meine Meinung ist Angst als erstes zuzugeben und zu erkennen, wenn man sie verdrängt, so kommt sie eines Tages hoch oder man versucht immer etwas neues um sie zu verdrängen, man wird aggressiv, man muss sich selber immer beweisen etc. Das könnte schlimm enden. Man sollte seine Angst zulassen und dann versuchen etwas zu ändern. Ich habe Angst vor Menschen, ich habe den ersten Schritt gemacht, als ich meinen Freund an mich "rangelassen" habe, das ist körperlich wie psychisch gemeint. Ich erzähle ihn so gut wie alles und davor hatte ich Anfangs auch Angst, doch wir gehen Schritt für Schritt auf einander zu und das ist meine Methode diese Angst langsam zu überwinden! Schritt für Schritt! Doch verdrängt sie nicht und steigert euch nicht zu sehr in diese Angst rein, das macht unglücklich und dann hat die Angst euch in der Hand und nicht mehr ihr die Angst! Tut was! Lasst es nicht in der Ecke stehen!

Angst


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