Ich weiß, dass ich lebe. Und doch laufe ich manchmal durch die Straßen,
die nie zu enden scheinen, und spüre, wie das Leben an mir vorbeiläuft.
Oder bin ich es, die das Leben verpasst? Ich fühle mich so betäubt.
Vielleicht ist das Leben nur eine Illusion oder ein Traum. Ein Traum,
in dem ich das Leben wie einen Film an mir vorüberziehen sehe.
Ständig sage ich Worte, die andere Menschen verletzen,
tue Dinge, durch die andere traurig werden.
Ich laufe weiter durch die Straßen,
überlege, ob ich das alles wirklich mache.
Bin das wirklich ich?
Bin ich das Mädchen, das andere Leute unbedacht verletzt,
einfach Dinge sagt, oder tut, die so gemein, und verletzend sind,
obwohl sie doch nie so gemeint sind? Bin ich wirklich das Mädchen,
welches alles falsch macht? Bin ich wirklich die,
die sich ständig in den Mittelpunkt stellen, und sich interessant machen muss,
aus Angst, irgendwas zu verpassen, oder aus Angst, nicht genugt geliebt zu werden?
Bin ich wirklich so? Ich laufe weiter, immer weiter,
sehe ein Mädchen in einer Schaufensterscheibe. Als ich genau hinsehe,
erkenne ich es. Es ist das Mädchen, welches am Leben vorbeigeht.
Es sieht so traurig aus in dieser Schaufensterscheibe. Jetzt weint es sogar.
Plötzlich höre ich einen Tropfen auf den Asphalt fallen.
Ich schaue in den Himmel, doch es regnet nicht.
Erst, als ich mir mit der Hand über das Gesicht wische,
merke ich, dass ich es bin, die weint.