Kummerengel

Musik läuft im Hintergrund,
ich liege auf meinem Bett wie tot.
Eines nachts, da flog er über mir,
gegen jegliches Verbot.
Ich wollte ihn nicht in meinem Leben haben,
hab ihn ferngehalten, so gut es ging.
Doch in dieser Nacht hatte er alle Mauern gebrochen
und ich merkte, wie er sich in meinem Leben verfing.
Lernte mit ihm zu leben,
was immer ich auch tat, ich war nicht allein.
Suchte andere Orte für ihn,
doch er fühlte sich wohl bei mir - wollte bei mir sein.
Jedesmal wenn ich gegen ihn kämpfte,
und schon das Licht am Ende sah,
machte er sich wieder breit
und stand auf einmal wieder da.
Warum willst du nicht gehen?
Sie nur, was du angerichtet hast!
All den Menschen, die ich liebe,
habe ich einen Tritt verpasst!
Da ich hier her gehöre, wirst du verschwinden,
so läuft nichts weiter, einer muss gehen.
Und nimm all den Kummer den du mit verbreitet hast mit,
ich weiß ich werde dich überstehen!
Pack deine Sachen, und hau ab,
such dir jemand anderes aus.
Hier ist für dich nichts mehr zu holen...
Da ist die Tür - nun flieg raus!
Er schaute mich überlegen an,
dieser Blick - ein Schauer ging über meinen Rücken.
Er setzt sich auf seinen Koffer
und grinste mich an mit großem Entzücken.
"Nein, ich gehe nicht" sprach er
"Ich bleib hier.
Und der Schaden der angerichtet wurde,
kam immer noch von dir!"
Ich merkte, wie er stärker wurde,
wenn ich der Verzweiflung näher kam.
Doch ich versuchte stark zu sein,
indem ich all meine Hoffnung nahm.
Ich dachte an die Menschen, die mir lieb und teuer waren,
wie fehlten sie mir doch.
Und die schöne Zeit, die ich mit ihnen erlebt hatte,
sie sind nicht weg, ich spür sie noch.
Je mehr ich an schöne Dinge dachte,
versank ich und vergaß die Zeit.
Irgendwann öffnete ich lächelnd meine Augen,
kein Kummerengel mehr weit und breit.
Der Kummerengel flog davon,
mit seinem Koffer in der Hand.
Und ich blieb lächelnd zurück,
mit ihm mein Leid immer mehr verschwand.