Angstzustände / Phobien

Angst ist ein grundlegendes und normales Gefühl,
genau wie Wut, Freude oder Traurigkeit.
Sie äußert sich in Gedanken, in körperlichen Symptomen
und in speziellen beobachtbaren Verhaltensweisen.

Angst wird in der Regel als unangenehm empfunden,
ist aber trotz der körperlichen Reaktion keinesfalls gefährlich.
Aus biologischer Sicht hat die Angst mit ihren Symptomen zunächst Vorteile:
die Herztätigkeit erhöht sich, die Muskeln spannen sich an.
Der Körper wird also auf eine schnelle Flucht vorbereitet.

Man verhält sich aber auch aufmerksamer,
konzentrierter und vorsichtiger.
Der Körper läuft quasi auf Hochtouren,
um die Gefahr mit voller Power zu meistern.

Erst eine überstarke Angst schränkt das Denken und Handeln ein,
die Konzentration verringert sich,
man neigt zu unüberlegten und panischen Kurzschlussreaktionen.
Als krankhaft kann man Ängste erst bezeichnen,
wenn sie zu einer völligen Lähmung des Betroffenen führen
und unkontrollierbar sind,
wenn sie vollständig oder in Teilen unbegründet und unangemessen sind
und das Leben des Betroffenen so stark beeinflussen,
dass ein hoher Leidensdruck durch diese Ängste
und ihre Auswirkungen entstanden ist.

Die Gedanken sind in der Regel konzentriert auf das,
was Angst macht,
was dann wiederum die Angst steigert.

Das Verhalten ist dann daraufhin ausgerichtet,
der Angst zu entfliehen, alles zu tun,
damit die Angst nicht auftritt.

Das führt dazu, dass sich die Betroffenen zunehmend in einem Teufelskreis
oder sich selbst verstärkenden Mechanismus befinden:
je besser die angstauslösenden Situationen gemieden werden können,
umso stärker setzt sich deren Bedrohlichkeit in Gedanken fest.


Die Erwartungsangst führt zu einer starken Angst- und Stressreaktion.
Über Gedanken und Gefühle entwickelt man schon bei der bloßen Vorstellung
einer angstauslösenden Situation eine entsprechende Angst.
Durch Vermeidung der Situation steigt die Erwartungsspannung immer weiter an.
Nur auf wenige Ereignisse oder Situationen reagieren Menschen mit angeborener Angst,
die meisten Ängste werden im Laufe des Lebens "erlernt".

Ausgelöst werden können sie durch Kontakt mit anderen Menschen,
durch ganz konkrete Situationen,
durch Tiere oder Gegenstände,
durch Belastungen in Alltag und Beruf,
aber auch durch Körperempfindungen wie z. B. Atembeschwerden,
Erstickungsgefühle, Flimmern vor den Augen und Taubheits- oder Kribbelgefühle.

Ängste können aber auch durch körperliche Erkrankungen entstehen
(Überfunktion der Schilddrüse, Herzerkrankungen, o. Ä.)
oder als Begleiterscheinung von Depressionen und Psychosen.

 

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