Seit 1 ½ Jahren kämpfe ich nun wieder aktiv um mein Überleben.
Dennoch kann ich behaupten, dass ich bislang meinen Weg gegangen bin.
Es gibt so viele Tiefs, die einem die Luft zum Atmen nehmen und die Gedanken an den Tod, zwecks einer Erlösung der Qualen, sind nur allzu oft gegenwärtig.
Und doch habe ich begriffen, dass ich nicht sterben will, sondern Leben.
Ich sehe es auch an meinen Gedichten, die langsam mehr Hoffnung vermitteln. Und auf diese - meine Gedanken - kann ich mich verlassen, denn es sind die wahren Gefühle, die in mir wohnen, welche ich mit den Gedichten zum Ausdruck bringen möchte.
Auch meine Bilder haben sich ein wenig verändert. In das tiefe Schwarz versucht sich die pinke Farbe durchzusetzen.
Meine eigene Symbolisierung der Farben bedeutet übrigens:
Schwarz - der Tod, die Nacht, die Gefangenschaft
Pink - die Freiheit, die Luft zum Atmen, die weibliche Kraft
Silber - der Mond, die Unendlichkeit
Rot - das Blut, Schmerzen, Gewalt
Grün - die Natur, die wahre Liebe und unendliche Güte
Gold - der Reichtum an innere Kraft und Stärke
Weiß - auch der Tod aber als Neuanfang
Gelb - das Licht, die wärmende Sonne
Wäre eigentlich auch mal interessant zu erfahren, was Psychologen zu meiner eigenen Interpretation sagen.
Mit der Zeit bin ich mein eigener Psychologe geworden, habe sehr viel gelesen, gelernt und meine Gefühle dazu benutzt mein Inneres kennen zu lernen.
Aber trotzdem:
Ich kann ich nur jedem empfehlen sich fachmännische Hilfe zu nehmen. Es ist nämlich hart, wenn man seine Gedanken, Gefühle und Ängste hat, wenn niemand da ist, der einem helfend zur Seite steht. Hier wären auch Freunde eine große Hilfe, welche ich zwar habe, aber niemanden mit dem ich drüber reden könnte. Das heißt, alles was ich erlebe, neu entdecke muss ich mit mir allein verarbeiten.
Natürlich habe ich ganz liebe Internetbekanntschaften, die mir auch sehr helfen, auch hatte ich eine Selbsthilfegruppe, welche aber nur zeitlich begrenzt war. Doch wenn die Erinnerungen, die Bilder kommen, dann bin ich allein. Keiner hilft mir in dem Moment, keinem kann ich mich anvertrauen, keiner da, der mir sagt, es ist alles gut, dir wird nichts mehr geschehen.
Oft frage ich mich, wie ich diese Schmerzen ertrage, wieso ich das überhaupt mache, eine wirkliche Antwort habe ich noch nicht. Aber ich sage mir, es lohnt sich für sein 'Leben' zu kämpfen, denn es gibt so vieles, was ich wieder erleben möchte.
Ich möchte wieder glücklich sein, möchte lachen können, möchte den Sinn für mein Leben finden und ganz besonders möchte ich mein 'ich' wieder mit mir vereinen.
Bis dahin habe ich noch einen sehr langen Weg vor mir und ich wünsche mir - wie auch jeden anderen unter uns - dass wir immer wieder neue Kraft schöpfen können, die Zuversicht finden werden und den Glauben und die Hoffnung immer wieder von neuem entdecken werden!
Fragen?
Es gibt Fragen, die viele beschäftigen, vor allem aber diejenigen, die nicht verstehen können!
Beantworten kann man sie wohl nicht so einfach, aber ich kann versuchen zu erklären, warum ich so bin und warum ich das eine oder andere nicht mehr kann. Es handelt sich aber um meine eigenen Antworten, die man nicht immer verallgemeinern kann.
Und bevor ich den Versuch starte, möchte ich auch sagen, dass es für Partner, Freunde und Angehörige sehr wichtig ist, sich selber zu informieren! Nur so könnt ihr vielleicht erahnen, was wir durchmachen und nur so findet ihr den richtigen Weg zu helfen.
Und vergesst bitte nicht euch selber!
Sobald ihr euch entscheidet zu helfen, braucht auch ihr Hilfe. Zumindest müsst ihr wissen, dass es kein Spaziergang wird und auch ihr viel von eurer Kraft hergeben müsst!
Es gibt Hilfsangebote für Partner, - im Internet, in Büchern, vereinzelt auch Selbsthilfegruppen.
Versucht sie bitte anzunehmen!
Leider spreche ich hier - man kann sagen - aus eigener Erfahrung.
Einer meiner Freunde ist nämlich überfordert mit dem was passiert. Unsere Freundschaft, ist keine richtige Freundschaft mehr, mehr der Versuch eine Freundschaft aufrecht zu erhalten.
Ich komme mit mir selber nicht klar und muss nebenbei auch für meinen Freund stark sein.
Bitte nicht falsch verstehen!
Mein Freund ist mir natürlich sehr wichtig und ich opfere ihm gern meine Kraft, aber meiner Heilung bekommt das leider nicht, denn es wirft mich immer wieder zurück.
Aber verstehen kann er mich nicht wirklich. Er versucht für mich da zu sein, aber es reicht nicht.
Es schmerzt sehr, wenn ich sehe, wie manche leiden, weil ich das alles erleben musste! Schon oft habe ich mir gewünscht diese Erinnerungen einfach wieder zu verstecken, aber es geht nicht mehr. Mein Körper zeigt mir das recht schnell, wenn ich es versuche.